Drei Kennzahlen, drei Aussagen
Wer eine Wärmepumpe vergleicht, stößt auf drei Abkürzungen: COP, SCOP und JAZ. Alle drei beschreiben dasselbe Verhältnis – wie viel Wärme pro eingesetzter Kilowattstunde Strom herauskommt. Sie unterscheiden sich darin, unter welchen Bedingungen gemessen wird: im Labor bei einem festen Betriebspunkt, im Labor über eine Heizsaison oder im realen Betrieb im Haus. Der Blick ins Datenblatt lohnt sich – aber nur, wenn man weiß, welche Zahl was bedeutet.
COP – die Leistungszahl
Der Coefficient of Performance wird unter Laborbedingungen bei einem bestimmten Betriebspunkt ermittelt. Er erlaubt Rückschlüsse auf das Gerät, nicht auf das angeschlossene Heizsystem. Angegeben wird er mit dem Messpunkt, etwa A2/W35: 2 °C Außenluft, 35 °C Vorlauf. Ein COP von 4 bedeutet, dass aus 1 kWh Strom 4 kWh Wärme werden – 3 kWh stammen aus der Umwelt. Bei A−7/W55 liegt derselbe Wärmeerzeuger vielleicht bei 2,5. Vergleichbar sind COP-Werte deshalb nur bei gleichem Messpunkt.
SCOP – die saisonale Leistungszahl
Der Seasonal Coefficient of Performance setzt den COP ins Verhältnis zu einem typischen Jahresverlauf der Außentemperatur. Er wird ebenfalls im Labor ermittelt, aber an mehreren Prüfpunkten mit unterschiedlichen Luft- und Wassertemperaturen, überwiegend im Teillastbereich. Damit ist der SCOP aussagekräftiger als ein einzelner COP. Je wärmer die Quelle und je niedriger die Vorlauftemperatur, desto besser der SCOP. Auf dem Energielabel und in der Förderung wird daraus die jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz ETAs abgeleitet: SCOP geteilt durch 2,5, abzüglich kleiner Abschläge für Regelung und Hilfsenergie, in Prozent.
JAZ – die Jahresarbeitszahl
Die Jahresarbeitszahl ist die Leistungszahl im realen Betrieb, gemessen über 365 Tage im konkreten Haus. Sie setzt die im Jahr erzeugte Wärme ins Verhältnis zum verbrauchten Strom – inklusive Heizstab, Umwälzpumpen und Steuerung, je nach Bilanzgrenze. Bestimmen lässt sie sich erst nach einem Jahr Betrieb, mit Wärmemengenzähler und Stromzähler.
JAZ = Qab / Qzu Qab = abgegebene Wärme im Jahr in kWh, Qzu = aufgenommener Strom im Jahr in kWhBeispiel: Liefert die Anlage im Jahr 15.000 kWh Wärme und verbraucht dafür 3.750 kWh Strom, liegt die JAZ bei 4,0. Eine Luft-Wärmepumpe im Bestand liegt typisch bei 3 bis 3,5, gute Anlagen erreichen 4; Erdwärmepumpen kommen auf 4 bis 5.
Was für die Förderung zählt
Für die BEG-Förderung gilt nicht die JAZ, sondern ein Mindestwert der jahreszeitbedingten Raumheizungs-Energieeffizienz ETAs des Geräts bei der jeweiligen Vorlauftemperatur – also ein Laborwert. Die aktuellen Anforderungen und Boni zeigt der Fördergeldrechner. Im Rahmen der Planung nach VDI 4645 wird zusätzlich die zu erwartende JAZ für das konkrete Gebäude nach VDI 4650 berechnet.
Was die Jahresarbeitszahl bestimmt
- Vorlauftemperatur. Der mit Abstand größte Hebel. Je kleiner die Differenz zwischen Quelle und Heizsystem, desto weniger Strom braucht der Verdichter. Flächenheizungen oder großzügig ausgelegte Heizkörper helfen – siehe Heizflächen optimieren.
- Wärmequelle. Erd- und Grundwasser-Wärmepumpen kosten in der Anschaffung mehr, nutzen aber eine Quelle mit ganzjährig konstanter Temperatur.
- Klima. Luft-Wärmepumpen hängen von der Außenluft ab. In kalten Regionen und Wintern sinkt die JAZ, in milden Lagen steigt sie.
- Dämmung. Je geringer der Wärmebedarf, desto niedriger die nötige Vorlauftemperatur – und desto besser die JAZ.
- Nutzerverhalten. Raumtemperatur, Warmwasserkomfort und Lüftungsgewohnheiten verändern die JAZ um mehrere Zehntel.
- Einstellung. Eine zu steile Heizkurve, ein taktender Betrieb oder ein falsch eingebundener Pufferspeicher wirken sich oft stärker aus als die Wahl des Geräts.
Herstellerneutral zusammengestellt von der Redaktion SHK INFO. Zuerst erschienen am 21. April 2022 als „Effizienz einer Wärmepumpe“ im SHK-Info-Blog, für die neue Seite überarbeitet im Oktober 2026. Angaben nach bestem Wissen, ersetzen aber keine Prüfung der Anlage im Einzelfall.