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SHK-Info

Schlamm und Magnetit in der Heizung

Die schwarze Brühe aus dem Rücklauf setzt Pumpen, Ventile und Wärmetauscher zu. Wie Magnetit entsteht und was dauerhaft hilft.

Was Magnetitschlamm ist und wie er entsteht

Die „bekannte schwarze Brühe“ aus Stahlrohrsystemen ist Magnetit – ein Eisenoxid, das sich bildet, wenn Sauerstoff im Heizungswasser mit Stahl reagiert. Magnetit bildet auf dem Stahl zunächst eine Schutzschicht, löst sich aber ab und wird als feiner Schlamm durch die ganze Anlage transportiert. Schon eine einzelne Graugusspumpe in einer ansonsten korrosionsgeschützten Anlage reicht als Quelle. Immer häufiger sorgt dieser Schlamm dafür, dass moderne Pumpen, Ventile und Wärmeerzeuger schneller verschleißen, als dem Betreiber lieb ist.

Geöffnete Umwälzpumpe mit schwarzem Magnetitschlamm
Probe mit schwarz verfärbtem Heizungswasser
Zugesetztes Sieb eines Schmutzfängers

Welche Schäden Magnetit anrichtet

  • Der Schlamm setzt sich auf den Laufrädern von Wärmezählern ab und blockiert sie – die Wärmemengenzählung wird ungenau oder fällt aus.
  • Schmutzfänger vor Wärmeerzeuger oder Zähler setzen sich zu, der Volumenstrom sinkt. Häufiges Reinigen treibt die Betriebs- und Servicekosten.
  • Im Heizkörper bildet sich eine Schicht, die die Wärmeabgabe mindert.
  • Im Wärmeerzeuger (Wärmetauscher, Kessel) behindert die Schicht den Wärmeübergang – die zugeführte Energie kommt nicht im Wasser an.
  • In der Fußbodenheizung belegt der Schlamm die Rohrwandungen; die Systemtemperatur muss steigen, im Extremfall geht kaum noch Wasser durch.
  • Bei Kapillarrohrsystemen in Wand- und Fußbodenheizungen ist das Problem wegen der kleinen Rohrdurchmesser noch größer – ein „Heizungsinfarkt“ tritt schneller ein. Solche Anlagen brauchen eine Systemtrennung, wenn das Wasser nicht richtig behandelt ist.
  • Thermostatventile stören, weil der Schlamm die Ventildichtung belegt und der Ventilsitz festklebt.

Ein Beispiel: das Umschaltventil

Bei einer neuen Heizung hofft man auf sorgenfreie Jahre. Wenn aber ein Ersatzteil innerhalb von drei Jahren schon zum zweiten Mal getauscht werden muss, kostet das Geld und Nerven. Ein typischer Kandidat ist das Umschaltventil, das die Volumenströme zwischen Heizbetrieb und Warmwasserbereitung umschaltet. Ein Stellmotor drückt das Ventil hinein, eine Feder drückt es automatisch wieder heraus.

Schnittmodell eines Umschaltventils

Im Ventil sitzt ein beweglicher Ventilkörper mit sehr geringen Spaltmaßen. Magnetit- und Schlammpartikel sammeln sich im Spalt zwischen Ventilkörper und Messinggehäuse und schränken die Beweglichkeit ein. Wird das Ventil hineingedrückt, verhakt es sich und öffnet nicht mehr von allein. Und das Umschaltventil ist nur ein Beispiel: In einer Anlage gibt es zahlreiche Ventile, Pumpen und Sensoren, die auf dieselbe Weise ausfallen können.

Die Lösung: Schlamm- und Magnetitabscheider

Durch die Nachrüstung eines Schlamm- und Magnetitabscheiders lassen sich Magnetit und andere Ablagerungen aus dem Wasser holen und bei der jährlichen Wartung ausspülen. Eine Magnetmanschette hält die feinen magnetischen Partikel fest; gleichzeitig sinken Schlammpartikel in den unteren Bereich des Bauteils und werden über einen Kugelhahn ohne Betriebsunterbrechung abgelassen. Ein Filter, der regelmäßig getauscht werden müsste, ist nicht verbaut; die Bauteile sind auf Jahrzehnte ausgelegt.

Der Abscheider gehört in den Rücklauf, möglichst direkt vor den Wärmeerzeuger – dort schützt er das teuerste Bauteil der Anlage.

Schlamm- und Magnetitabscheider im Rücklauf einer Heizungsanlage
Blick mit der Endoskopkamera in das Abscheidergehäuse
Funktionsgrafik: Die Magnetmanschette wird vor dem Spülen abgenommen

Dazu gehört: der Mikroblasenabscheider

Die Ursache des Schlamms ist der Sauerstoff im Wasser. Ein Mikroblasenabscheider entgast das Heizungswasser; die Luft wird abgeschieden und abgeführt. Das untersättigte Wasser nimmt an anderen Stellen der Anlage erneut Luft auf und bringt sie zum Abscheider – so bleibt der Sauerstoffgehalt dauerhaft niedrig, und die Magnetitbildung wird weitgehend unterbunden. Woher die Luft überhaupt kommt, steht im Ratgeber Luft in der Heizung.

Von Anfang an einplanen Die Effizienz einer Heizung hängt davon ab, wie die Komponenten zusammenspielen. Schlamm- und Magnetitabscheider sowie Mikroblasenabscheider gehören deshalb bei jeder Neuanlage und bei jedem Kesseltausch dazu – zusammen mit dem richtig aufbereiteten Füllwasser. Nur so sind Betriebssicherheit und eine störungsarme Anlage auf Dauer gesichert.

Herstellerneutral zusammengestellt von der Redaktion SHK INFO. Zuerst erschienen am 19. April 2020 als „Schlammabscheider in Heizungsanlagen“ und „Schaden an der Heizung durch Schlammablagerungen“ im SHK-Info-Blog, für die neue Seite überarbeitet im Oktober 2026. Angaben nach bestem Wissen, ersetzen aber keine Prüfung der Anlage im Einzelfall.

Dasselbe Thema im Video

2 Folgen von unserem Kanal – erklärt, gezeigt und durchgerechnet. Kein Video lädt, bevor du es startest.

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    Passt zu: Magnetit und seine Folgen

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    Passt zu: Das Umschaltventil als Beispiel