Die versteckte Gefahr unter dem Waschbecken
Flexible Anschlussleitungen verbinden die Armaturen von Küche und Waschtisch mit der Hausinstallation – erkennbar am silberfarbenen Drahtgeflecht beim Blick unter das Waschbecken. Platzt eine dieser Leitungen, ist der Wasserschaden enorm. Warum solche Schläuche versagen und welche Prüfungen Hauseigentümer selbst vornehmen können.



Aufbau der Schläuche
Im Inneren bestehen die Schläuche aus Silikon oder einem lebensmittelverträglichen Kunststoff. Dieser allein hält dem Druck nicht stand; deshalb ist der Innenschlauch mit einem Edelstahl-Drahtgeflecht ummantelt, das die nötige Stabilität liefert. An den Enden sind Anschlussstücke mit Gewinde angepresst.
Eine Million Leitungswasserschäden im Jahr
Die Versicherer verzeichnen jährlich rund eine Million Leitungswasserschäden, ein erheblicher Teil davon geht auf flexible Schläuche zurück. Drei Ursachen sind verantwortlich:
- Begrenzte Lebensdauer. Der Innenschlauch altert schneller als die übrige Installation; besonders Warmwasserleitungen verschleißen. Versprödung und Risse führen zu Undichtigkeiten.
- Außenkorrosion. Putzmittel und andere Chemikalien unter der Spüle greifen das dünne Drahtgeflecht an. Ist es zerstört, hält der Innenschlauch dem Druck allein nicht stand und platzt.
- Knickstellen. Wird der Schlauch bei der Montage geknickt oder zu eng gebogen, schwächen die ständigen Bewegungen durch Druckschläge das Geflecht an dieser Stelle. Die dünnen Litzen brechen – und bieten dem Innenschlauch keinen Schutz mehr.




Wie hoch der Druck wirklich ist
Eine Hausinstallation läuft meist mit etwa 4 bar. Beim Öffnen und Schließen einer Zapfstelle entstehen im Rohrnetz aber Druckschläge mit sehr kurzen, extrem hohen Spitzen – 16 bar und mehr sind schnell erreicht. Das ist auch der Grund für die ständige Bewegung der Schläuche. Ein Versuch zeigt, was das Geflecht leistet: Ein ungeschützter Innenschlauch aus Silikon platzt bereits bei etwa 7 bar – schlagartig.
Die Höhe des Schadens
Ein Flexschlauch ist kein teures Bauteil – aber verantwortlich für sehr hohe Schäden. Platzt er, strömt sofort und unkontrolliert Trinkwasser aus, 20 Liter pro Minute und mehr. Wird das nicht bemerkt und das Wasser abgestellt, entstehen schnell fünfstellige Schäden. Die Versicherung übernimmt in den meisten Fällen die Kosten; die Sanierung dauert aber oft Monate und belastet die Bewohner zusätzlich.
Was man selbst prüfen kann
- Unter Spüle und Waschtisch nachsehen: Ist das Geflecht blank oder zeigt es braune oder grünliche Verfärbungen?
- Gibt es Knicke oder enge Bögen? Ein Schlauch sollte in einem weiten Bogen verlegt sein, nie verdreht.
- Keine Putzmittel direkt neben den Schläuchen lagern.
- Nach etwa zehn Jahren austauschen – auch ohne sichtbaren Mangel. Hochwertige Schläuche tragen eine DVGW-Kennzeichnung.
- Bei längerer Abwesenheit das Eckventil oder den Hauptabsperrhahn schließen.
Ein Leckageschutz bietet Sicherheit
Nicht nur Flexschläuche haben eine begrenzte Lebensdauer. Erreicht eine Trinkwasserinstallation ihre Grenznutzungsdauer von 30 bis 50 Jahren, steigen die Schäden rapide an. Automatische Leckageschutzsysteme, die am Hausanschluss installiert werden, erkennen Rohrbrüche und sogar kleine Leckagen im Rohrsystem. Sie sperren die Wasserzufuhr selbsttätig ab und verhindern so teure Wasserschäden – manche Versicherer honorieren das mit einem Beitragsnachlass.
Herstellerneutral zusammengestellt von der Redaktion SHK INFO. Zuerst erschienen am 10. Februar 2020 als „Wasserschäden durch Panzerschläuche“ im SHK-Info-Blog, für die neue Seite überarbeitet im Oktober 2026. Angaben nach bestem Wissen, ersetzen aber keine Prüfung der Anlage im Einzelfall.